Kooperation im Unterricht

von Mehmet Parlak

Als angehender Lehrer überlege ich mir andauernd, wie ich später wohl unterrichten werde, welche Lehrmethoden sinnvoll sind und ob man diese auch wirklich in der Praxis anwenden kann. Zu meiner Zeit überwiegte „der Frontalunterricht“. Die Schülerinnen und Schüler wurden aus der Unterrichtsplanung quasi ausgeschlossen und gezwungen, zuzuhören. Die Konsequenzen waren, dass viele Desinteresse am Unterricht zeigten. Mittlerweile überlege ich mir, ob Frontalunterricht überhaupt noch sinnvoll ist und wenn ja – zu welcher Unterrichtssequenz. Selbstverständlich haben wir die eine oder andere Lernmethoden benutzt, meistens die bekannte traditionelle Gruppenarbeit. Doch, war dies wirklich effektiv? Ich persönlich habe es so wahrgenommen, dass meistens die Leistungsstarken Schülerinnen und Schüler die Aufgaben bearbeiten haben und der Rest der Arbeitsgruppe hat diese einfach übernommen .

In meinem Studium dagegen wird oft davon gesprochen, dass wir die Schülerinnen und Schüler mit planen sollen, bei der Unterrichtsgestaltung- und Planung. Wir sollen zusammen „kooperieren„!

Kooperation? Was genau meint man eigentlich mit Kooperation?

Kooperation: Aus dem Zusammenwirken der Gruppenmitglieder wird eine Steigerung der Gesamtleistung erwartet.

Die Kooperation ist also eine soziale Verhaltensform und durch das kooperative Lernen haben wir die Möglichkeit gemeinsam, koordiniert und zielorientiert zu arbeiten.

Hermann Lietz, ein deutscher Reformpädagoge erwähnte, dass die Schülerinnen und Schüler aktiv in den Unterricht einbezogen werden sollen. Sie sollen sich gegenseitig unterstützten. Dadurch würden die sozialen Kompetenzen der Lerngruppe gefördert. Sie würden lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie lernen in dem sie lehren!

Welche Auswirkungen hat die Kooperative Lernmethode?

  • Die Denkfähigkeit der Schülerinnen und Schüler wird erhöht
  • Die Lernenden beteiligen sich mehr im Unterricht ≠ Frontalunterricht
  • Selbstwertgefühl steigt
  • Kommunikations- und Sozialkompetenz steigt

Ich habe mir mal die alte und die neue Lehrerrolle gegenübergestellt um zu betrachten, wie die Unterschiede sind ob man Unterschiede erkennt.

Alte Lehrerrolle:

  • Wissen vermitteln
  • Schülerinnen und Schüler einschätzen und kategorisieren
  • Fachwissenschaftler in der Lage zu unterrichten → geringe Fachdidaktische Kompetenzen

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alte Lehrer [27.09.15]

Neue Lehrerrolle:

  • Schülerinnen und Schüler sollen eigenständig Wissen erwerben
  • Fähigkeiten und Fertigkeiten der Lerngruppe entwickeln
  • Lehrer als Wegweiser und Beobachter

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neue Lehrer [27.09.15]

Man erkennt sofort die Unterschiede zwischen den beiden Lehrerrollen. Auch die kooperativen Lernmethode bringt viele Vorteile mit sich, doch ich würde jetzt den Frontalunterricht nicht komplett vom Unterricht ausschließen. Zur Einstieg bei neuen Themen ist es immer noch ein gutes Instrument, um den Kindern Wissen zu übermitteln. Man sollte sich aber nicht nur darauf beschränken und sollte im Unterricht verschiedene Lernmethoden verwenden.

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Kooperation im Unterricht [27.09.15]

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